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Daniel Frank zu Hause besucht

© Mittelbayerische Zeitung, Zu Hause ist Daniel Frank oft am Laptop anzutreffen. Der selbstständige Grafiker arbeitet vor allem abends, wenn seine Töchter im Bett sind. (Foto: scl)

Daniel Frank von den Freien Wählern will in Steinberg mit Diplomatie und einer neuen Sichtweise alte Strukturen aufbrechen.

von Cornelia Lorenz

Steinberg am See. Als Vater ist Daniel Frank zu Hause eine sehr präsente Figur: Der selbstständige Grafiker hat die Möglichkeit, sich seine Arbeitszeit so einzuteilen, dass er sich tagsüber ausgiebig um seine beiden Töchter Katharina (4) und Magdalena (1) kümmern kann. Seine Frau Simone ist froh darüber, dass ihr Mann sie so tatkräftig unterstützt. Für den alltäglichen Familientrubel könnte der 36-Jährige künftig ein bisschen weniger Zeit haben: Daniel Frank kandidiert für die Freien Wähler als Bürgermeister und würde gern Jakob Scharf (CSU) beerben, der nach 30 Jahren im Amt heuer nicht mehr antritt.

Seine Chancen, tatsächlich gewählt zu werden, schätzt Frank realistisch ein. „Ich bin relativ frisch auf dem politischen Parkett. Es wäre schon ein Riesenerfolg, wenn wir in die Stichwahl kommen“, sagt er. Mit „wir“ meint Daniel Frank die Freien Wähler, die sich in Steinberg im Oktober 2013 gegründet haben. „Wir sind die Alternative zu dem, was in der Gemeinde seit gefühlten 100 Jahren praktiziert wird“, beschreibt Frank seine Motivation, sich lokalpolitisch zu engagieren. Der Vorsitzender der Freien Wähler hofft deshalb sehr, dass am 16. März für ihn und seine Mitstreiter, darunter auch seine Frau Simone, zumindest ein Sitz –besser noch zwei oder sogar drei –im Gemeinderat herausspringen. „Da müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn das mit dem einen Sitz nicht klappt“, sagt er.

Seine politischen Ziele formuliert Frank sehr klar: Er will sich für den sanften Tourismus am Steinberger See stark machen. Hier seien neue Sichtweisen gefragt. „Es muss jemanden geben, der das Thema hinterfragt“, sagt er und denkt dabei an die Diskussionen um ein Luxushotel auf der Insel. Auch im Ort will er einiges anpacken. Ganz oben auf seiner Liste: Frank möchte die Kommunikation mit den Jugendlichen im Ort verbessern, um herauszufinden, was sie brauchen. Deshalb hält er die Einführung eines Jugendbeauftragten für sinnvoll.

Am Herzen liegt dem Kandidaten außerdem, senioren- und behindertengerechtes Wohnen zu fördern. Er denkt dabei zum Beispiel an den einfachen Zugang zu Arztpraxen und öffentliche Einrichtungen. Der Zugang zum Friedhof etwa sei derzeit „sehr unglücklich“. Für das alte Bauhofgelände gegenüber dem Ponyhof hat Frank eine Idee: Hier könne man dank der idealen Lage im Ortskern ein Projekt für Senioren ins Leben rufen, zum Beispiel ein Mehrgenerationenhaus mit Platz für betreutes Wohnen und die Eltern-Kind-Gruppen.

Alles sofort umkrempeln und ganz anders machen als Amtsinhaber Jakob Scharf – das will Daniel Frank nicht. „Vieles soll so bleiben, wie es ist“, sagt er. Aber einiges müsse sich definitiv ändern. Zum Beispiel der Umgang der einzelnen politischen Gruppen miteinander. „Diplomatie würde unserer Gemeinde gut tun – als Kritiker wird man hier immer gleich auf persönlicher Ebene angegriffen“, sagt Frank.

Diplomatisch, sachlich und fair zu bleiben ist ihm sehr wichtig. „Das kommt vielleicht von meinem Beruf als Grafiker – da muss ich auf viele Meinungen Rücksicht nehmen.“ Zu 90 Prozent arbeitet er für kirchliche und soziale Auftraggeber. Besonders stolz ist er auf sein größtes Projekt für den Katholikentag 2014 in Regensburg: Die Idee für das Kreuz, das als Symbol für die Veranstaltung dient, stammt von ihm und sei eine Eingebung gewesen, eine richtige Glückssache.

Dass er einmal sein Geld als Grafiker verdienen würde, hat sich Frank lange nicht vorstellen können. Bis zum Abitur habe er Grundschullehrer für Deutsch, Biologie und Sport werden wollen, erinnert er sich. Dabei habe man ihm im Kindergarten schon prophezeit, er werde später einmal im künstlerischen Bereich landen. Studiert hat Daniel Frank schließlich bildende Kunst und ästhetische Erziehung, es folgten Jobs in Werbeagenturen. „Dabei habe ich gesehen, dass mir der Umgang mit den Leuten gefällt“, erzählt er. Am wichtigsten ist ihm Offenheit und Wertschätzung im Kontakt mit anderen. Besonders geprägt hat ihn seine Zeit in Afrika. Vor zehn Jahren sei er drauf und dran gewesen, wegen eines Jobangebots nach Tansania auszuwandern, erinnert sich Frank. Dieses Projekt sei nach drei Monaten gestorben.

Geblieben ist Frank aus dieser aufregenden Zeit eine unschätzbare Erfahrung. Die Menschen dort lebten in großer Armut unter schwierigsten Bedingungen. „Aber sie sind zufrieden und großzügig. Von ihnen kann man viel lernen“, sagt er.

Seine erste Amtshandlung als Bürgermeister liegt für Frank auf der Hand: Allen Unterstützern danken – und dann möglichst zeitnah eine Bestandsaufnahme von den Wünschen der Bürger machen. „Es sind sicher einige Sachen dabei, die man schnell und unbürokratisch anpacken kann.“

 [Mittelbayerische Zeitung/ donau.de vom 02. März2014]